Definitionen über das Thema,

Transsexualität

 

Gleiche Chancen für alle

 Transidentität in Deutschland im Jahre 2001/2004

 

 Transsexuelle sind der festen und kompromisslosen Überzeugung, dass sie im falschen Körper leben.

 Sie haben die innere Gewissheit, dem anderen Geschlecht anzugehören.

  Das heißt:

biologische Männer fühlen sich als Frauen,

und

biologische Frauen fühlen sich als Männer.


Dieser innere Drang ist ständig vorhanden,

ganz gleich in welcher Lebenssituation.

Transsexualität ­ ein Phänomen?

Was ist ein Mann ?, was ist eine Frau ?

der Wandel zwischen den Geschlechtern

Was ist eine Frau ?, was ist ein Mann ?

Komische Frage ?

 das ist doch klar, das sieht man doch.

 Eine nahe liegende Antwort auf eine abseitige Frage?

 Jedenfalls gibt es Männer und Frauen ­ und sonst gar nichts.

Wir sind es einfach gewohnt,im Alltag,bei jeder noch so flüchtigen Begegnung

unser Gegenüber mit einem Geschlecht zu identifizieren.

 Diese Einordnung treffen wir binnen Sekunden, unbewusst und automatisch.

 Es ist für uns normal,daß ein Mensch ein eindeutiges Geschlecht hat
und zwar entweder Mann ist oder Frau.

 Wir sind irritiert, wenn es nicht der Fall ist.

  Auch hat jeder Mensch vor sich selbst ein Geschlecht, jeder Mensch weiß, was er oder sie ist.

 Das Wissen um die eigene Geschlechtlichkeit sitzt so sehr unter der Haut, daß wir erst mal stutzen, wenn wir sagen sollen, warum wir da so sicher sind.

 Naja,

 ein Blick in den Spiegel reicht doch. Außerdem sehe ich doch, was ich zwischen den Beinen habe.

 Und die anderen betrachten mich doch auch eindeutig als Frau.

Die Möglichkeit, daß es auch anders sein könnte, stellt sich doch gar nicht

Oder?

Es geht auch anders.

Es gibt Menschen

 deren körperliches Geschlecht partout nicht mit ihrem seelischen Geschlechtsempfinden übereinstimmt.

 Menschen,

die genetisch, hormonell und anatomisch eindeutig männlich (weiblich) sind, aber genau wissen, daß sie eine Frau (ein Mann) sind

. Die von sich sagen, im falschen Körper gefangen zu sein.

 Die entsetzlich darunter leiden, von der Umwelt als Mann (als Frau) gesehen und dementsprechend behandelt zu werden.

Je nach Schätzung leben in der Bundesrepublik zwischen 6 000 und 30 000 Betroffene.

Sie tun vieles, bisweilen alles, um den

Irrtum der Natur

zu korrigieren

 Sie sind:

 " Transsexuell "  

  Transsexuelle beantworten die Frage nach ihrem

Mann- bzw. Frausein

nicht so,wie es die primären Geschlechtsmerkmale nahe legen, sondern vis versa. Anders als bei Homosexuellen geht es nicht um die Frage der sexuellen Orientierung. Schwule lieben Männer und Lesben lieben Frauen, ohne deswegen die eigene Männlichkeit bzw. Weiblichkeit in Frage zu stellen. Und auch anders als bei Transvestiten ist das Tragen gegengeschlechtlicher Kleidung kein Spaß und auch nicht erotisch, sondern Ausdruck des eigentlichen Geschlechtes. Für Außenstehende lassen sich die Grenzen zwischen Transsexualität und Transvestismus nicht immer eindeutig ziehen. Das unterscheidende Kriterium ist jedoch das Verhältnis zum eigenen Körper. Ein Transvestit mag die Verkleidung in eine Frau, das zeitweilige Spielen der Frauenrolle und die damit oft verbundene sexuelle Stimulation genießen, es mag ihm auch wie ein unausweichlicher Zwang vorkommen und von Schuldgefühlen begleitet sein. Er wird aber nicht soweit gehen, sich einen weiblichen Körper mit allen Konsequenzen zu wünschen. Vielmehr steht er vor der Frage, wie seine Neigungen in sein alltägliches Leben zu integrieren sind. Transsexualität hingegen ist eine Frage der geschlechtlichen und damit der personalen Identität. Für transsexuelle Menschen wird es zur

Überlebensfrage

die Kluft zwischen biologischem Geschlecht und innerem Empfinden zu schließen.

Gestern und heute ­ Entwicklung eines Begriffs

Die Phantasie, das Geschlecht zu wechseln, ist so alt wie die Menschheit. Es hat zu allen Zeiten und in allen Kulturen Menschen gegeben, die jahrzehntelang außerhalb ihres biologischen Geschlechtes gelebt haben, vom blinden Seher Teiresias aus dem antiken Theben über die französische Nationalheilige Jeanne d'Arc bis hin zum US-amerikanischen Jazzmusiker Billy Tipton. Mal wurden das Geschlecht wechselnde Menschen bewundert und verehrt, weil sie Männlichkeit und Weiblichkeit in sich vereinigten, mal wurden sie verfolgt und bestraft, weil sie die das Alltagsleben regulierenden

Gesetze

ignorierten. Doch bis in unser Jahrhundert war ein Geschlechtswechsel lediglich auf rituelle Weise möglich.

 Erst die moderne Technik und in ihrem Gefolge die moderne Medizin hoben das

Freud´sche Diktum

"Anatomie ist Schicksal" auf.

  Es ist kein Zufall, daß die frühe Sexualwissenschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts sich vor allem mit sexuellen Pathologien befasste. Als solche wurde hauptsächlich die Liebe zum eigenen Geschlecht verstanden ­ und als krank deklariert. Vor etwa 100 Jahren publizierte der Berliner Arzt

Magnus Hirschfeld

seine "Theorie der sexuellen Zwischenstufen", die jedoch nicht unterschied zwischen sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität. Er schuf den Terminus des "3. Geschlechtes", unter dem er Homosexuelle, Prostituierte, Transvestiten und biologische Zwitter subsumierte. Dies geschah in durchaus wohlmeinender Absicht: Hirschfelds Ziel war es, dem 3. Geschlecht das Kriminelle und moralisch Verwerfliche zu nehmen und ihm eine Schicksalhaftigkeit zuzuschreiben, für die die Einzelne nicht verantwortlich sei. So engagierte sich Hirschfeld auch im politischen Kampf gegen den berüchtigten § 175 StGB, der (männliche) Homosexualität mit Gefängnis bedrohte.

In den 20er Jahren gab es in Berlin die ersten Versuche, Menschen mit dem Drang nach Geschlechtswechsel mit synthetisierten

Geschlechtshormone

zu behandeln. In den 30er Jahren kam es zu den ersten

Operationen


im heutigen Sinne. Großes Aufsehen erregte die in den 50er Jahren publizierte Autobiographie einer operierten transsexuellen Frau aus Dänemark. Als

Alfred Kinsley

ebenfalls in den 50er Jahren, seine großangelegte Befragung zum Sexualleben der erwachsenen Bevölkerung in den USA durchführte (Kinsley-Report), stand er ratlos vor dem ab und an geäußerten Verlangen nach einem Geschlechtswechsel.

  In den 60er Jahren setzte sich der Begriff

 "Transsexualität",

 vom Mediziner

Harry Benjamin

kreiert, durch. Zu dieser Zeit galt die Klientel als Fall für die Psychiatrie. Sie wurde hospitalisiert, mit Elektroschocks und körpereigenen Hormonen "behandelt" und Psychotherapien unterzogen, die sie vom Wunsch des Geschlechtswechsels abbringen sollten. In nicht wenigen Fällen wurde dieses Ziel auch mit operativen Eingriffen am Gehirn verfolgt. Gleichzeitig entstanden, zunächst in den USA, später auch in Schweden und der Bundesrepublik, sexualmedizinische Zentren, wo es zu hormonellen und operativen Geschlechtswechseln kam. Da diese aber quasi im rechtsfreien Raum stattfanden, war eine soziale Integration die Ausnahme. Erst die Verabschiedung so genannter

Transsexuellengesetz

in den 70er und 80er Jahren ermöglichte die Umschreibung amtlicher Dokumente und damit ein normales Leben im ersehnten Geschlecht

In den 90ern treten Transsexuelle zunehmend selbstbewusst und professionell in der Öffentlichkeit auf. Parallel zum medizinischen Bereich entsteht ein

Verreine und Selbsthilfegruppen in Deutschland

Auch werden Fragen nach einem kompletten Geschlechtswechsel von den Betroffenen selbst durchaus kontrovers diskutiert. In den vergangenen 30 Jahren haben sich in den westlichen Ländern die Vorstellungen, wie ein Mann und eine Frau zu leben hat, radikal geändert. Die "Pille", die Sexuelle Revolution, Emanzipation der Schwulen und Lesben, zunehmend mehr studierende und berufstätige Frauen, allein erziehende Mütter und Väter, Schmuck für Männer, 30% Single-Haushalte,

Androgyn..... Was ist das?

Unisex-Parfums mit Namen wie "be" oder "one" ­ nur einige Stichworte, die das um sich greifende Unbehagen der Geschlechter ausdrücken. Im Kontext der aktuellen Debatten um

Queer .... Was ist das? und Transgender ...Was ist das?

werden Modelle geschlechtlicher Verwirklichung jenseits der zwei gängigen Kategorien Mann und Frau entworfen ­ mit bislang offenem Ausgang.

Von Brüchen und Konstanten ­ biographische Skizzen

Es gibt nicht "die" typische transsexuelle Biographie. Dazu sind die individuellen Lebensumstände einfach zu unterschiedlich. Allen Transsexuellen gemeinsam ist jedoch das bis in die früheste Kindheit zurückreichende Gefühl des Anderseins ­ ohne daß sie sofort ein passendes Wort dafür gehabt hätten. Das Gefühl der geschlechtlichen Unstimmigkeit bleibt in den ersten Lebensjahren meist ohne spektakuläre Folgen, wird dann aber in der Pubertät zur Katastrophe. Spätestens hier geht die einsetzende sexuelle Reifung in die falsche Richtung.

Julian

      Der heute 30jährige Julian beschreibt das  folgendermaßen: "Für mich war es, als ich ganz klein war, immer ganz klar, daß ich ein Junge bin, da gab es nicht den geringsten Zweifel. Als ich mit 4 Jahren in den Kindergarten kam, wurde mir die leicht schizophrene Situation bewusst, daß die Menschen außerhalb meines Elternhauses mir nicht die Freiheit einräumten, die ich zuhause hatte, nämlich so Rumzulaufen, wie ich es wollte, eben mit kurzen Haaren und in Hosen. Da trat dann der Zwiespalt zwischen der gesellschaftlich erwarteten Rolle und meinem Ich zum ersten Mal auf: ich habe es weggesteckt, indem ich es einfach ignoriert habe. Ich habe mich zum Weltmeister im Ignorieren entwickelt.

Ich habe damals, mit 4 Jahren, angefangen, mich aufzuteilen in eine innere und eine äußere Person. Die äußere Person funktionierte eben und tat und machte, die innere Person lebte so für sich. Zuhause wurde ich nicht in eine weibliche Rolle gezwängt. Ich habe mit Schulfreunden im Garten Zelte aufgebaut, wir haben im Wald getobt und mit Pfeil und Bogen gespielt. Ich hatte zwar auch Puppen und Stofftiere, mit denen ich gerne spielte, aber insgesamt bin ich unter relativ aufgeweichten Rollenbedingungen aufgewachsen.  

  Dann kam ich in die Pubertät, und das war grauenhaft! Ich hatte damals mit 11 Jahren sehr lange Haare. Meine Reaktion auf die erste Periode war, daß ich mir die Haare ganz kurz schnitt. Das war, im Nachhinein betrachtet, ein verzweifelter Versuch, etwas von dem, was mir immer mehr verloren ging, festzuhalten. Ich habe dann versucht, irgendwie als Mädchen zu leben, weil ich keinen anderen Ausweg sah. Ich wollte einen neuen Anfang machen, mit mir selbst ins Reine kommen. Ich habe dann auch einen Freund gehabt. Nach der ersten sexuellen Erfahrung musste ich mich leider aus dem Bett beugen und mich übergeben, weil mir einfach schlecht war. Das war so fremd, ich habe mir damit selber so sehr Gewalt angetan, daß ich das nicht verkraften konnte."

Julian ist in dieser Zeit viel allein, ist still und in sich gekehrt und liest andauernd. Als er im Alter von 19 Jahren dem Autor eines Buches über Homosexualität einfach brieflich seine Situation schildert, bekommt er eine Antwort ­ im Brief steht unter anderem das Wort Transsexualität. "Das war für mich eine absolute Erleichterung. Ich hatte das Gefühl, einen Schlüssel in die Hand gedrückt zu bekommen, der endlich zu einem Schloß paßte, das in mir ganz lange Zeit versperrt war. Vor allem konnte ich dann aktiv werden." Julian setzt jetzt alles daran, um endlich als Mann leben zu können. Er lässt sich beraten und zieht die nötigen Schritte schnell und konsequent durch. Er ändert seinen Vornamen, beginnt mit einer Hormonbehandlung und läßt sich operieren. Parallel dazu baut er sich einen neuen Freundeskreis auf und beendet anschließend seine Ausbildung zum Fernmeldetechniker. Nach mehreren Umzügen lebt er heute in Freiburg.

Karin

  Karin ist von Beruf Polizistin, 39 Jahre alt und lebt in Stuttgart. Auch ihr ist das transsexuelle Muster von Verdrängung, vergeblicher Anpassung und abschließender Selbstakzeptanz bekannt. Gleichwohl war ihr persönlicher Weg verschlungener als der Julians. Sie hat sich als kleines Kind einfach anders gefühlt als die anderen. "Natürlich kannst Du als kleines Kind nicht merken, was es ist. Aber spätestens in der Schule habe ich gemerkt, daß ich mit Jungen nichts anfangen konnte, oder umgekehrt, sie haben gemerkt, daß sie mit mir nichts anfangen können. Bis ich dann irgendwann rausgekriegt habe, daß es so was wie Transsexualität gibt; zuerst dachte ich, ich bin ein

Transvestiten ....Was ist das?

." Karin beendet ihre Ausbildung. Zu der Zeit hält man sie regelmäßig für einen Schwulen, "obwohl ich weder so aussah, noch so gesprochen habe. Aber irgendetwas an mir war anders als bei, nun ja, normalen Männern. Jedenfalls habe ich zu der Zeit gelernt, mich zu tarnen, ich wollte einfach unauffällig sein."

Karin heiratet, das Paar bezieht eine gemeinsame Wohnung. Karin hat angefangen, ein Doppelleben zu führen. Sie hat sich einen Fundus an weiblichen Kleidern angeschafft, die sie heimlich trägt. Tagsüber im Beruf steht sie ihren Mann. Um das Bild zu komplettieren, trägt sie einen Vollbart. "Den Bart habe ich mir wachsen lassen, als mir ärztlich eine Transsexualität bescheinigt wurde. Ich habe mich instinktiv gegen die Konsequenzen gewehrt und gesagt: ich will das nicht, ich will keine Frau werden! Doch der Leidensdruck wurde immer stärker. Eines Nachts bin ich aufgestanden und habe mir die Haare aus dem Gesicht gerissen, nicht rasiert, sondern buchstäblich ausgerissen. Ich konnte mich irgendwann nicht mehr dagegen wehren ­ das kann man nicht erklären! Zum Beispiel konnte ich im Urlaub nicht mehr über den Strand gehen, als Mann! Ich wollte partout mit meiner Frau in einen Laden gehen und einen Badeanzug kaufen. Ich hatte schon einen kleine Busen, weil ich mir schwarz Hormone gespritzt hatte. Es hat mir weh getan, als Mann am Strand entlang gehen zu müssen, überhaupt irgendwo zu sein. Das ging so weit, daß ich in ein Hochhaus ging, weil ich aus dem 12. Stock springen wollte."  

  Heute hat Karin den Körper, den sie sich wünschte, auch wenn sie sich zu dick findet. "Doch das geht vielen Frauen so. Das einzige, was mich wehmütig macht, ist, daß ich Jahrzehnte gegen mich gekämpft habe. Ich habe bis zum 35. Lebensjahr nicht geglaubt, daß der Leidensdruck immer stärker wird, daß es eben nur eine Anpassung geben kann, oder daß man sich das Leben nimmt. Nun lebe ich zufrieden als Frau. Lange Zeit hatte ich abstruse Phantasien: ich stellte mir vor, wildfremde Frauen anzusprechen und sie zu bitten, doch in ihren Körper schlüpfen zu dürfen. Das ist nun nicht mehr nötig."

Hormone und Operationen ­

medizinische Möglichkeiten und Grenzen

Transsexualität ist einmal als seelische Krankheit definiert worden, die auf körperlichem Wege zu lindern ist. Damit ist die größtmögliche Angleichung an das ersehnte innere Geschlecht gemeint, welches oft als im falschen Körper steckend erlebt wird. Vor allem die primären und sekundären Geschlechtsorgane werden als fremd empfunden, abgelehnt und gehasst, in Einzelfällen auch verstümmelt. Noch vor 25 Jahren wurden Geschlechtshormone überwiegend auf dem Schwarzen Markt im Umfeld der Prostitution gehandelt und ohne ärztliche Kontrolle eingenommen. Heute sind die Bedingungen, sich über die Wirkungen dieser starken Medikamente zu informieren und diese sich verschreiben zu lassen, deutlich günstiger. Doch nicht jeder transsexuelle Mensch nimmt Hormone, und keineswegs alle lassen sich operieren.  

  Auch trifft die Ansicht, Transsexuelle würden durch Hormonbehandlung und Operation erst zu Männern bzw. Frauen "gemacht", nicht zu ­ sie sind es schon vor jedem Eingriff. Die Medizin bietet lediglich die Chance, den "falschen" Körper dem "richtigen" Geschlecht anzupassen. Damit ist ein Geschlechtswechsel keineswegs gelaufen, vielmehr geht es dann erst richtig los. Transsexuelle müssen quasi im Zeitraffer eine Entwicklung nachholen, für die andere Menschen ihr Leben lang Zeit hatten. Es sind gerade die alltäglichen Kleinigkeiten, die in ihrer Summe ein weibliches bzw. männliches Verhalten ausmachen. Transsexuelle werden die Frau bzw. der Mann, die bzw. der sie schon längst waren. Dieses

Paradox .... Was ist das?

ist nicht mit dem Skalpell aufzulösen, allenfalls tritt es mit den Jahren in den Hintergrund und verblasst wie eine alte Fotografie. Es ist für jeden Betroffenen wichtig, den Weg zu finden, der für ihn richtig ist, und sich nicht in eine Richtung zwingen zu lassen. Dieser Prozess der individuellen Suche kann Jahre dauern, der transsexuelle Weg dauert ohnehin das ganze Leben.

Von Mann zu Frau

Mann-zu-Frau-Transsexuelle erhalten Östrogenpräparate, die gelegentlich auch mit Gestagenen kombiniert werden. Östrogene führen zu einer Verweiblichung des Körpers, Gestagene blockieren die Rezeption des körpereigenen Hormons Testosteron, welches in den Hoden produziert wird, in geringen Mengen auch in der Nebennierenrinde. Die Haut wird weicher, die Gesichtszüge werden feiner, an Hüfte und Oberschenkel wird Fett angesetzt, die Gesichtsbehaarung geht deutlich zurück, der Körpergeruch verändert sich. Gleichzeitig wächst ein Busen, Penis und Hoden schrumpfen, die Libido geht zurück, Erektion und Ejakulation werden seltener, bleiben schließlich ganz aus. Diese körperlichen Veränderungen werden begleitet von bzw. führen zu einer psychischen Ausgeglichenheit, die transsexuelle Frauen als sehr wohltuend erleben. Auch nach einer Transformationsoperation reicht die körpereigene Östrogenproduktion nicht aus, um typische Hormonausfallerscheinungen zu verhindern, wie sie auch in den Wechseljahren auftreten können: Hitzewallungen, Schwindelgefühle, nervöse Reizzustände, depressive Verstimmungen. Die Östrogene, die dann in niedrigerer Dosis gegeben werden, müssen lebenslang eingenommen werden.  

  Die geschlechtsangleichende Operation erfolgt seit etwa 50 Jahren nach demselben Prinzip. Zwischen Damm und Hodensack wird Bindegewebe entfernt und der Raum für eine Neovagina geschaffen. Die von feinen Nerven durchzogene Haut des Penis wird der Länge nach aufgetrennt, wie der Finger eines Handschuhs umgestülpt und zur Auskleidung der blind endenden Scheide verwendet. Die Harnröhre wird verkürzt und tiefer gelegt, damit sie an typisch weiblicher Stelle endet. Der Hodensack wird senkrecht geteilt und zur Schaffung der äußeren Schamlippen benutzt. Ein Teil der sehr empfindlichen Eichel wird als Klitoris oberhalb der Vagina angelegt, Penisschaft und Hoden werden amputiert.

Die optische Angleichung an das weibliche Genital gelingt oft hervorragend, so dass kaum ein Unterschied zu einer biologischen Frau zu sehen ist. Zur Stabilisierung des Operationsergebnisses sind transsexuelle Frauen gehalten, sorgfältig zu Bougieren, d.h. die neue Vagina mit einem speziellen Stab zu dehnen, damit sie nicht von innen her sich verengt oder gar wieder zuwächst.

Von Frau zu Mann

Frau-zu-Mann-Transsexuelle werden mit Testosteron behandelt, welches binnen weniger Wochen die Vermännlichung des Körpers einleitet. Die Haut wird grobporiger, ein verstärktes Muskelwachstum setzt ein, schließlich kommt es zu Stimmbruch, Bartwuchs und Körperbehaarung nach männlichem Muster. Die Menstruation wird unregelmäßig, bleibt manchmal ganz aus, die Klitoris kann um einige Zentimeter wachsen. Viele transsexuelle Männer berichten von einem regelrechten Aktivitäts- und Aggressionsschub als direkter Wirkung der Hormonbehandlung. Auch bei ihnen ist die lebenslange Gabe der Hormone unumgänglich, da die körpereigene Produktion von Testosteron nicht ausreicht zur Festigung der physischen Maskulinisierung.  

  Bei transsexuellen Männern kommt es meist zur Amputation der Brüste und zur Entnahme der Gebärmutter und der Eierstöcke. Bei der Brustamputation ist es für das optische Ergebnis sehr wichtig, daß möglichst unauffällige Narben entstehen und daß die Brustwarzen an typisch männlicher Stelle platziert werden. Die Entfernung der Eierstöcke und der Gebärmutter ist, Ironie des Schicksals, für die heutige Chirurgie ein Routineeingriff und beendet in jedem Fall die Menstruation. Die männlichen Geschlechtsorgane jedoch lassen sich trotz zahlreicher Versuche nicht perfekt nachbilden. Es gibt zwar die Möglichkeit einer Penisprothese, bei der ein Silikonstab mit Haut und Gewebe vom Unterarm oder vom Oberschenkel umhüllt wird.

Es handelt sich aber um eine schwierige Operation, die nicht immer gut gelingt und in jedem Fall einen Penis schafft, der nicht erigiert, geschweige denn ejakuliert. Aus diesem Grund verzichten viele transsexuelle Männer auf diesen riskanten und aufwendigen Eingriff, der in mehreren Etappen durchgeführt wird und bei dem es oft zu Wundheilungsstörungen und Infektionen kommt ­ ganz zu schweigen vom bescheidenen funktionalen und kosmetischen Resultat. Als ein Kompromiss erscheint die Möglichkeit, die Harnröhre zu verlängern und sie höher zu legen, um so ein Urinieren im Stehen zu erlauben.

Wer hilft ??

Die skizzierten Operationen werden in der Bundesrepublik meist an den Unikliniken durchgeführt. Die Operateure entscheiden nach eigenen Kriterien, wen sie operieren und wen nicht. Oft arbeiten sie mit den Gutachtern für die Vornamensänderung zusammen, manchmal führen sie eigene psychologische Untersuchungen durch. Nach der geltenden Reichsversicherungsordnung (RVO) ist Transsexualität als Krankheit definiert, deren Behandlungskosten die Krankenkassen zu übernehmen haben. Gleichzeitig wird auf diese Weise der operative Eingriff legalisiert, d.h. der operierende Arzt muß nicht mit einer Klage wegen Körperverletzung oder Verstoßes gegen die guten Sitten rechnen. Noch in den späten 70er Jahren sind viele transsexuelle Frauen nach Casablanca gefahren, um sich dort operieren zu lassen ­ gegen bares Geld. Heute stehen Ärzte in vielen europäischen Ländern im Ruf, besonders schöne

Ergebnisse

zu schaffen.

     nach den geschlechtsangleichenden Operationen     

Der neue Name ­

Ein Gesetz macht's möglich

Im Jahre 1980 wurde vom Deutschen Bundestag das "Gesetz über die Änderung von Vornamen und die Feststellung der Geschlechtszugehörigkeit in besonderen Fällen (Transsexuellengesetz - TSG)" verabschiedet. DiesesGesetze kennt für transsexuell empfindende Menschen eine sogenannte kleine und eine sogenannte große Lösung. § 1 TSG sieht vor: "Die Vornamen einer Person, die sich aufgrund ihrer transsexuellen Prägung nicht mehr dem in ihrem Geburtseintrag angegebenen, sondern dem anderen Geschlecht als zugehörig empfindet und seit mindestens drei Jahren unter dem Zwang steht, ihren Vorstellungen entsprechend zu leben, sind auf ihren Antrag vom Gericht zu ändern, wenn mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, daß sich ihr Zugehörigkeitsempfinden zum anderen Geschlecht nicht mehr ändern wird" Die neuen Vornamen sucht sich der Antragsteller selbst aus. § 8 TSG regelt die Frage der Geschlechtszugehörigkeit; diese ist zu ändern, wenn (neben den unter § 1 TSG genannten Voraussetzungen) die Person "nicht verheiratet ist, dauernd fortpflanzungsunfähig ist und sich einem ihre äußeren Geschlechtsmerkmale veränderndenoperativen Eingriff

unterzogen hat, durch den eine deutliche Annäherung an das Erscheinungsbild des anderen Geschlechts erreicht worden ist." Die erfolgte Vornamensänderung ermöglicht eine Neuausstellung der Papiere ­ Personalausweis, Zeugnisse, Verträge, Führerschein etc. ­, die Änderung der Geschlechtszugehörigkeit führt überdies zur Ausstellung einer neuen Geburtsurkunde und ebnet zum Beispiel den Weg zu einer Heirat.  

  Wenn es auch immer wieder Kritik am TSG in seiner bestehenden Fassung gibt ­ so etwa an den vom Antragsteller zu tragenden Verfahrenskosten von circa 800 €, an der langen Verfahrensdauer von bis zu zwei Jahren, an der bis ins intime gehenden psychiatrischen Untersuchung durch zwei Gutachter, am faktischen Operationszwang als Bedingung zur Änderung der Geschlechtszugehörigkeit ­, so garantiert es dem Antragsteller einen eindeutigen Rechtsanspruch. Die gewünschte Änderung des Vornamens und der Geschlechtszugehörigkeit ist also nicht abhängig von der Willkür eines Beamten, sondern folgt der Logik eines behördlichen Automatismus. Diese Prozedur, für die die lokalen Amtsgerichte zuständig sind, holt auf der legalen Ebene nach, was jeder Antragsteller im privaten Leben für sich durchsetzen muß; erst durch die Änderung der persönlichen Papiere und der damit eröffneten Integration in die Gesellschaft wird ein Geschlechtswechsel soziale Realität.

Als Gutachter fungieren in der Regel Ärzte und Psychologen, stets aber Personen, die Erfahrung im Umgang mit transsexuellen Menschen haben. Die Differentialdiagnostik soll vor allem ausschließen, daß etwaTransvestismus .....was ist das?eine latente Psychose oder eine Persönlichkeitsstörung besteht. Die Untersuchungen haben den Charakter eines Verhörs und erstrecken sich bis in den Intimbereich. Hierbei unterstellen die meist männlichen Gutachter ihren Klienten, die sie oftmals als Patienten sehen, ungefragt eine heterosexuelle Orientierung. Eine Mann-zu-Frau-Transsexuelle, die sich als lesbische Frau versteht und das ausspricht, muß da schon auf Sprüche gefasst sein wie: "Wenn Sie mit einer Frau Zusammensein wollen, geht das als Mann doch viel besser. Warum dann der ganze Aufwand?" Zwar ist eine Homosexualität offiziell kein Grund mehr, einem transsexuellen Menschen ein positives Gutachten zu verweigern, in der Praxis geschieht es aber leider immer wieder. In den letzten Jahren jedoch nimmt die Tendenz zu, transsexuelle Menschen therapeutisch zu unterstützen und sie auf ihrem Weg zu begleiten, anstatt sie weiter zu pathologisieren.

Geschlechts- und Landesgrenzen

Spezielle Gesetze analog zum deutschen (Transsexuellengesetz) gibt es bislang in Schweden, Dänemark, den Niederlanden, Italien sowie in einigen Bundesstaaten der USA. In Ländern ohne ein vergleichbares Gesetz sind die Betroffenen entwürdigenden Schikanen der Behörden ausgesetzt. So klagte eine britische Staatsangehörige vor dem Europäischen Gerichtshof, weil es ihr versagt blieb, ihren Lebensgefährten zu heiraten, da sie nach britischem Recht weiterhin als Mann gilt. Einer französischen Rechtsanwältin, die mehrere Jahre als Prostituierte gearbeitet hatte, gelang es erst nach einem jahrelangen demütigenden Rechtsstreit, amtlich als Frau anerkannt zu werden. In Thailand leben viele Transsexuelle vor und nach der Operation als Prostituierte. Sie können jederzeit ohne juristische Handhabe wie Verbrecher ins Gefängnis gesperrt werden. Pragmatisch ist das Vorgehen einiger Bundesstaaten der USA zu nennen: hier ist eine Vornamensänderung auf Probe möglich. So können Betroffene das Leben im Wunschgeschlecht üben und, wenn es doch nicht das Richtige ist, ohne verheerende Folgen wieder zurück.  

  Allerdings bieten Gesetze allein noch keinen Rundumschutz vor sozialer Diskriminierung. Eine australische Physikerin, die vor 15 Jahren das Geschlecht wechselte, erhielt ein Forschungsstipendium an einem renommierten englischen, exklusiv weiblichen College. Als ihre Vergangenheit durch gezielte Indiskretionen publik wurde, forderte ein Teil des Lehrkörpers ihre Entlassung aus der Universität. Die Protestierenden sahen sich mutwillig getäuscht und die Tradition des Colleges missachtet. Nicht immer bleibt es bei verbaler Diskriminierung und gesellschaftlicher Stigmatisierung. In einer US-amerikanischen Kleinstadt verlobte sich ein junger Mann mit einer jungen Frau. Als die transsexuelle Vergangenheit des Mannes durch einen Zufall ans Licht kam, wurde er beschimpft und bedroht. Zwei Kleinstädter ließen den Worten Taten folgen: eines Abends vergewaltigten sie den jungen Mann, anschließend erschlugen sie ihn (Brandon Teena). Die beiden Männer wurden wegen Mordes verurteilt und sitzen jetzt im Gefängnis.


Die zweite Pubertät ­ Sexualität und Partnerschaft

Mit einem Geschlechtswechsel verändert sich auch die Sexualität. Das gilt für weiter bestehende Partnerschaften aus der Zeit "vorher" ebenso für solche, die neu eingegangen werden. Zur anfänglichen Unsicherheit dem eigenen Körper gegenüber und der Lust aufs Experimentieren damit, gesellt sich eine möglicherweise reservierte Haltung des Sexualpartners bzw. der Sexualpartnerin. Diese müssen mit der rätselhaften Vergangenheit ihres Partners bzw. ihrer Partnerin klarkommen. Andererseits erleben viele Transsexuelle ihre Situation als ungleichzeitig: im Kopf sind sie meist erwachsen, unterhalb der Gürtellinie jedoch stehen sie mitten in der Pubertät. Oft ist es ihnen erst nach dem Geschlechtswechsel möglich, ihre Sexualität zuzulassen und auszuleben, egal, ob diese nun homo-oder heterosexuell ist.

Ulrich und Stefan

  Ulrich ist 33, lebt in Köln und arbeitet in einer Behörde. Seit 12 Jahren lebt er als Mann. Er hat notgedrungen auf einen Penisaufbau verzichtet: "Das war ein ganz schwerer Rückschlag für mich, eine richtige Krise, weil ich am Anfang dachte, man könnte quasi eine Penistransplantation machen. Ich wollte natürlich vollständig werden! Und ich habe mich sehr schwer da durchkämpfen müssen, daß das nicht ging." Längst hat Ulrich auch sein coming-out als schwuler Mann hinter sich. Anfangs war es für ihn nicht leicht, in der schwulen Szene seinen Platz zu finden, zu groß war die Furcht, bei flüchtigen sexuellen Kontakten auf Ablehnung zu stoßen. Die Unterstützung eines Freundes war da hilfreich. "Er meinte: 'Natürlich kannst Du auch in den Dunkelraum gehen, Du musst da nichts machen, was Du nicht willst!' Meine Bedenken zerstreuten sich schnell, weil man sexuell da viel machen kann, ohne gleich die Hosen runterzulassen." Für den schwulen Instand- Sex hat er sich eine Geschichte zurechtgelegt, "die überzeugend, aber nicht so kompliziert ist, die aber auch nicht hundertprozentig der Wahrheit entspricht, denn in dem Moment will ich ficken und nicht stundenlang diskutieren." Und was ist mit der berüchtigten Schwanzfixiertheit der Schwulen? "So groß ist die auch nicht, sonst hätte ich viel mehr Abfuhren bekommen. Es gibt natürlich Leute, die sehr schwanz fixiert sind, aber die wollen dann auch meist ziemlich langweiligen Sex."

Seit 6 Jahren nun lebt Ulrich in einer Partnerschaft mit Stefan, den er in einer Schwulengruppe kennen gelernt hat. Stefan sagt über seinen transsexuellen Freund: "Wir haben natürlich Probleme, wie sie in jeder Liebesbeziehung vorkommen, aber daß Ulrich keinen Schwanz hat, ist nicht das Problem. Ich habe nie mit einer Frau geschlafen, das könnte ich auch nicht. Aber ich denke, ich könnte Sex mit einem Mann haben, auch wenn sein Körper ganz weiblich wäre. Wenn er weiß, daß er ein Mann ist und mir dieses Gefühl vermittelt, dann wird der Körper unwichtig." Und Ulrich ergänzt: "Stefan ist der einzige Mensch, der mir jemals sexuell so begegnet ist, daß ich wirklich absolut sicher bin, daß er mich körperlich als vollwertig betrachtet. Gut, andere Leute sagen, es macht ihnen nichts, es macht ihnen vielleicht wirklich nichts. Aber zwischen 'nichts machen' und jemanden akzeptieren ist eben noch ein Unterschied, der für jemanden wie mich so breit ist wie der Grand Canyon."  

Andrea und Christiane

  Andrea (28) und Christiane (42) sind ein lesbisches Paar wie viele andere auch. Mit einem Unterschied: Christiane kam in einem Männerkörper zur Welt. Aus ihrer längst geschiedenen Ehe hat sie ein Kind. Christiane ist transsexuell. Die Berlinerin, die heute im kirchlichen Sozialdienst arbeitet, fühlte sich immer schon zu Frauen hingezogen. Ihre Psychotherapeutin kommentierte dies seinerzeit mit den Worten: "Eigentlich sind Sie schon als Mann eine lesbische Frau gewesen."

Zu Beginn ihrer Beziehung mit Andrea hatte sie große Angst vor einer Zurückweisung wegen ihrer nicht nachvollziehbaren Vergangenheit. Recht theatralisch hat sie ihr dann auch ein Foto "von früher" gezeigt, in engem T-Shirt und mit Schnauz. Andrea reagiert gelassen: "Es gehört alles zusammen, sie als Vater ihrer Tochter, es ist aber auch getrennt, weil ich sie eben als Frau kennen gelernt habe." Für sie ist das Gefühl entscheidend, das ihre Freundin ihr gibt, weniger ihr Äußeres: "Rein körperlich ist sie für mich eine Frau wie jede biologische Frau auch. Bei den Frauen, mit denen ich vorher zu tun hatte, wurde auch nicht die Schönheit von Schamlippen beurteilt." Allerdings hatte sie zunächst Hemmungen, da sie erst behutsam herausfinden mußte, wie ihre Freundin mit dem eigenen Körper umging: "Wir haben dann auch darüber gesprochen; für sie war es dann genauso neu, wie es für mich mit 16 war."  

  Ihr Leben lang ist Christiane mit Frauen gut ausgekommen, hat ihre Gesellschaft gesucht und sich in weiblicher Umgebung wohl gefühlt. Sexuelle Beziehungen jedoch waren mit massiven Schwierigkeiten verbunden: "Ich konnte mit Frauen nur schlafen, wenn ich mir vorgestellt habe, selber eine zu sein. Erst jetzt mit Andrea kann ich meine inneren Verkrampfungen ablegen und meinen Körper und seine Regungen genießen. Lange Zeit war Sex für mich mit Anstrengung und Mühe verbunden, es war wie eine Leistung, die ich zu erbringen hatte. Jetzt kann ich mich fallenlassen und einfach Spaß haben am Sex. Ich kann mir und meiner Partnerin vertrauen." Christiane fühlt sich wohl in lesbischen Kreisen; es tut ihr jedoch weh, keine Kinder bekommen zu können.

Tobias und Bettina

Das Aufgebot ist bestellt, das Reiseziel für die Flitterwochen ist ausgesucht, Venedig natürlich. Am Ende des Monats heiraten Tobias (29) und Bettina (28) in Hannover. Seit zwei Jahren sind sie ein Paar. Bettina erinnert sich an die erste Zeit: "Ich habe Tobias auf dem Geburtstag einer Freundin kennen gelernt. Seine offene und herzliche Art hat mir auf Anhieb gefallen. Wir haben dann öfter in der Clique Dinge unternommen, bis ich spürte, daß da mehr ist. Eines Abends saßen wir beim Wein, die Stimmung war romantisch, da fing er plötzlich an, von einer Frau aus seiner Vergangenheit zu erzählen. Mein Gott, dachte ich, muß er ausgerechnet jetzt über seine Ex reden. Bis mir dann schwante, daß er über sich selbst sprach."  

  Tobias hat sein Jurastudium abgeschlossen und macht gerade sein Referendariat. Auch er erinnert sich an den fraglichen Abend: "Ich merkte, daß ich mich in Bettina verliebt hatte. Und ich glaube, ich war ihr auch nicht gleichgültig. Doch wie ihr näher kommen? Da habe ich ihr von mir erzählt und gleichzeitig von einem anderen Menschen. Das hat viele Missverständnisse gar nicht erst aufkommen lassen." Als Tobias dann die erste Nacht bei seiner Freundin verbringt, lässt er erst einmal die Unterhose an. "Es war eine große Überwindung für mich, mich ihr überhaupt nackt zu zeigen, so ganz ohne Schwanz. Ich hatte Angst, sie könne schreiend davonrennen. Und ich konnte es auch nicht sofort zulassen, daß sie mich unten anfasst."

Mittlerweile haben die Beiden Formen der Zärtlichkeit und der Sexualität für sich gefunden, für die die Anwesenheit eines Penis nicht zwingend erforderlich ist. Bettina erzählt: "Viele Männer haben ein reduziertes Verständnis von Sexualität. Sie denken, eine Frau brenne nur darauf, mal so richtig durchgefickt zu werden. Für sie ist Sex wie ein Sport. Daß da aber Gefühle, Nähe und Vertrauen mit im Spiel sind, kommt ihnen selten in den Sinn. Tobias ist da viel einfühlsamer, das gibt dem Ganzen eine andere Qualität." Und an die Adresse anderer transsexueller Männer gewandt, fügt sie hinzu: "Sie sollen ihren Partnerinnen und Partnern ruhig mehr zutrauen. Diese lieben schließlich einen Menschen und nicht nur ein einzelnes Körperteil."  

. Alexandra und Anne

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Adressen, Bücher und Beratung

      Literaturhinweise

 

Transsexualität...???

besteht meist schon von früher Kindheit an.

Es handelt sich bei der Transsexualität im Gegensatz
zur Homosexualität nicht um eine Frage der Sexualität oder Partnerwahl,
sondern des personalen Selbstverständnisses, der Selbstidentifikation
als Frau bzw. Mann.

Es gibt bei Transsexuellen alle Formen der sexuellen Orientierung
 

(Homo-, Bi- und Heterosexualität).

Die Lehrmeinung, Transsexuelle empfänden grundsätzlich nur heterosexuell, ist seit längeren überholt und wird von keinem ernstzunehmenden Sexualmediziner mehr vertreten.

 

1.

 Transsexuelle sind der festen und kompromisslosen Überzeugung, dass sie im falschen Körper leben.

 Sie haben die innere Gewissheit, dem anderen Geschlecht anzugehören.

  Das heißt:

biologische Männer fühlen sich als Frauen,

und

biologische Frauen fühlen sich als Männer.

 2.

Transvestiten sind sich dagegen ihrer männlichen Identität bewusst und möchten diese auch nicht ändern, auch wenn sie als Männer weibliche Kleidungsstücke tragen.

3.

Wir können im Rahmen dieses Rechtsratgebers nur kurz die Regelungen des Transsexuellengesetzes erläutern. Wer sich näher über die psychischen und medizinischen Aspekte der Transsexualität informieren will, dem sei die entsprechende Ratgeber- und Fachliteratur empfohlen.

 

Das Transsexuellengesetz

 

 Das Transsexuellengesetz ist am 1. Januar 1981 in Kraft getreten

 [als Folge der Entscheidung BVerfGE 49, 286].

Den genauen Text findest du unter Gesetzliches



Transsexuelle haben prinzipiell
2 Möglichkeiten:

4.

Sie können vom Amtsgericht ihren bisherigen Vornamen in einen
Vornamen des anderen Geschlechts ändern
(¨kleine Lösung¨, §§ 1 bis 7 TSG)

 oder

vom Amtsgericht feststellen lassen, dass sie als dem anderen
Geschlecht zugehörig anzusehen sind
(¨große Lösung¨, §§ 8 bis 12 TSG).

5.

 Die Änderung des Vornamens und die Feststellung der Zugehörigkeit
zum anderen Geschlecht setzen nach

§§ 1 Abs. 1, 8 Abs. 1 Nr. 1 TSG voraus,

a) - dass sich die Antragsteller dem anderen Geschlecht zugehörig
fühlen und seit mindestens drei Jahren unter dem Zwang stehen,
dieser Vorstellung entsprechend zu leben und


b) - dass sich dieses Zugehörigkeitsgefühl mit hoher Wahrscheinlichkeit
nicht mehr ändern wird.

6.

 Die Antragsteller brauchen nicht unbedingt schon drei Jahre lang als Angehörige des anderen Geschlechts gelebt zu haben.

Sie müssen nur unter dem Zwang dazu gestanden haben. Um das zu belegen, müssen die Antragsteller aber objektiv wahrnehmbare Verhaltensweisen,

 Äußerungen, Reaktionen usw. vortragen, aus denen geschlossen werden kann, dass sie einfach nicht anders können und ihr Entschluss endgültig ist.

7.

 Transsexuelle, die unter diesem Zwang stehen, dürfen nicht entlassen werden, weil sie beabsichtigen, sich einer Geschlechtsumwandlung zu unterziehen, oder sich ihr bereits unterzogen haben

[EUGH, NJW 1996, 2421].

8.

Sie haben auch schon vor der Änderung ihres Vornamens Anspruch auf Aushändigung der Dienstkleidung des anderen Geschlechts

[LAG Berlin, ARSt 1991, Nr. 9]

 Das Amtsgericht muss vor seiner Entscheidung zwei Sachverständige hören (§ 4 TSG). Diese müssen in ihren unabhängig voneinander zu erstattenden Gutachten auch dazu Stellung nehmen, ob sich nach den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft das Zugehörigkeitsempfinden der Antragsteller mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr ändern wird.

9.

 Das Gesetz schreibt außerdem sowohl für die Vornamensänderung als auch für die Feststellung der Zugehörigkeit zum anderen Geschlecht ein Mindestalter von 25 Jahren vor.

  Hat sich jetzt geändert ist auf 18 Jahre heruntergesetzt

Diese Altersgrenze ist vom Bundesverfassungsgericht sowohl für die Feststellung der Zugehörigkeit zum anderen Geschlecht

[BVerfGE 60, 123]

 als auch für die Vornamensänderung

[BVerfGE 88, 87]

 für verfassungswidrig erklärt worden.

Es gilt nunmehr auch keine ersatzweise niedrigere Altersgrenze. Auch Minderjährige können ein Verfahren nach dem TSG in Gang bringen, benötigen dafür jedoch wie für jedes Gerichtsverfahren die Zustimmung ihrer gesetzlichen Vertreter. Diese kann allerdings durch das Vormundschaftsgericht ersetzt werden.

10.

 Das TSG gilt nur für Deutsche und anerkannte Asylberechtigte. Andere Ausländer und Ausländerinnen können das TSG nicht in Anspruch nehmen, ganz gleich wie lange sie schon in Deutschland leben. Es gibt auch keine

Sonderregelungen für EU-Staatsangehörige.

Sie können sich in Deutschland geschlechtsumwandelnd operieren lassen und soweit sie krankenversichert sind, muss die Krankenkasse die Behandlungskosten übernehmen.

Die personenstandsrechtliche Feststellung der neuen Geschlechtszugehörigkeit ist jedoch in Deutschland nicht möglich.
 

11. 

 Bereits mit der Vornamensänderung haben Transsexuelle einen Rechtsanspruch darauf, entsprechend der empfundenen Geschlechtszugehörigkeit angeschrieben und angeredet zu werden

 [BVerfGE, NJW 1997, 1632].

Der europäische Reisepass ist für Transsexuelle mit der kleinen Lösung nicht brauchbar, da er zwingend einen Vermerk über das Geschlecht enthält, das sich durch die Vornamensänderung ja nicht ändert.

Deshalb muss Transsexuellen mit der kleinen Lösung ein vorläufiger Reisepass ohne Geschlechtsvermerk ausgestellt werden

 (§ 4 Abs. 1 Satz 3 PassG).

Der Personalausweis enthält ohnehin keinen Geschlechtsvermerk.

 

 Auf Antrag müssen die gesetzlichen Krankenkassen und Rentenversicherungsträger Transsexuellen mit der kleinen Lösung einer dem empfundenen Geschlecht entsprechenden Versicherungsnummer

(Seriennummer)

erteilen.

12.

 Da nach der Vornamensänderung die alten Vornamen in der Regel nicht ohne Zustimmung des Transsexuellen offenbart werden dürfen

(§ 5 TSG),

 sind Transsexuelle bei Bewerbungen grundsätzlich nicht verpflichtet, ihr biologisches Geschlecht zu offenbaren

[BAG, NJW 1991, 2723].

Mit der Vornamensänderung haben Transsexuelle Anspruch auf Neuausstellung von Zweitschriften/Erstausfertigungen ihrer Zeugnisse auf die neuen Vornamen und die neue (empfundene) Geschlechtszugehörigkeit.

 Dies gilt sowohl gegenüber Arbeitgebern

[LAG Hamm, DB 1999, 1610]

als auch staatlichen Institutionen (Schulen, Universitäten, Prüfungsämtern usw.)

 

13.

 Für die Feststellung der Zugehörigkeit zum anderen Geschlecht verlangt das Gesetz zusätzlich

(§ 8 Abs. 1 Nr. 2 bis 4 TSG),

dass die Transsexuellen
- nicht verheiratet sind. Anders als bei der ¨kleinen Lösung¨ muss also eine bestehende Ehe vor der Änderung der Geschlechtszugehörigkeit aufgelöst sein. Wichtig ist, dass die vorherige Auflösung der Ehe für die Durchführung der geschlechtsumwandelnden Operation jedenfalls von Gesetzes wegen nicht erforderlich ist. Auch die Krankenkassen dürfen die Kostenübernahme nicht mit der Begründung ¨noch verheiratet¨ ablehnen.

- dauernd fortpflanzungsunfähig sind. Ein Verzicht auf diese Voraussetzung ist auch dann nicht möglich, wenn wegen gesundheitlicher Risiken ein entsprechender Eingriff nicht vorgenommen werden kann

 [OLG Hamm, MedR 1984, 146]

- sich einem ihre äußeren Geschlechtsmerkmale verändernden operativen Eingriff unterzogen haben, durch den eine deutliche Annäherung an das Erscheinungsbild des anderen Geschlechts erreicht worden ist.

Für Frau-zu-Mann-Transsexuelle genügt die Reduktion der Brüste. Weitere Eingriffe sind zur Erfüllung dieser Voraussetzungen nicht erforderlich

 [OLG Hamm, MedR 1984, 146; OLG Zweibrücken, NJW 1992, 760; BayOblG NJW 1996, 791].

14.

Auch für die ¨große Lösung¨ sind zwei unabhängige Gutachten erforderlich.

15.

 Steht lediglich die fehlende operative Veränderung der äußeren Geschlechtsmerkmale, die Fortpflanzungsfähigkeit oder eine noch bestehende Ehe der Änderung der Geschlechtszugehörigkeit entgegen, kann der Antrag trotzdem schon gestellt werden. Das Amtsgericht stellt dann in seiner Entscheidung fest, welche Voraussetzungen noch fehlen. Sind diese Hindernisse ausgeräumt, erfolgt die abschließende Entscheidung, bei der das Amtsgericht an die Vorabentscheidung gebunden ist

 (§ 9 TSG).

Durch diese Regelung besteht z.B. die Möglichkeit, die Scheidung einer bestehenden Ehe erst dann zu betreiben, wenn sichergestellt ist, dass danach der ¨großen Lösung¨ nichts mehr im Wege steht.

16.

 Die Krankenkassen müssen bei Geschlechtsumwandlungen die Kosten der Behandlung und Operation bezahlen, wenn durch entsprechende Gutachten belegt ist, dass die Betroffenen aufgrund ihrer Transsexualität einem Leidensdruck unterliegen, der nur durch geschlechtsumwandelnde operative Eingriffe (und nicht schon durch psychotherapeutische Maßnahmen) behoben bzw. gelindert werden kann

[BSGE 62, 83].

 Diese Grundsätze gelten auch für andere öffentlich-rechtliche Kostenträger wie z.B. den Sozialhilfeträger oder die beamtenrechtliche Beihilfe.

Die privaten Krankenkassen sind zur Kostenübernahme verpflichtet, wenn die Voraussetzungen des

 § 1 oder 8 § TSG vorliegen

 [BGH, VersR 1995, 447].

17.

Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen sind in aller Regel mit dieser Spezialmaterie nicht vertraut.

Deshalb empfehlen wir Betroffenen:

Rechtsanwältin
Rechtsanweltin Maria Sabine Augstein.....Hilfe in Rechtsfragen

Altes Forsthaus 12
D 82327 Tutzing
Tel. 08158-7809
Fax 08158-9811

Sie hat die meisten der in diesem Text erwähnten Grundsatzentscheidungen erstritten.

Transsexualität


Frauen, die Männer sind,

und

Männer, die Frauen sind

Nur eine einzige Einteilung der Menschen in zwei Gruppen hat sich über alle Kulturen, Völker und historische Epochen als stabil erwiesen:

die in Frauen und Männer.

Doch selbst hier begegnen uns immer wieder Personen, die die klaren Grenzen verwischen, die zwei Geschlechter in sich zu tragen scheinen.

 

„Ist es ein Junge oder ein Mädchen?“

 

 So lautet sinngemäß die erste Frage, die frischgebackene Eltern
nach der Geburt an Arzt und Krankenschwestern richten.
Doch selbst da, wo die Frage aufgrund eindeutiger körperlicher Indizien eindeutig
beantwortet wird, kann sich später herausstellen, daß das Mädchen sich beharrlich weigert,
Kleider zu tragen und mit Puppen zu spielen. Der Junge hat dagegen nichts lieber,
als sich in Mädchenkleidern vor dem Spiegel zu drehen
und in das Schminkköfferchen seiner Mutter zu greifen.
Mit dem falschen Gehirn geboren, neurotisch oder lediglich Lust an Verkleidung und Schauspielerei?

Homosexualität und Transsexualität weisen viele Gemeinsamkeiten,
insbesondere die sexuelle Orientierung auf Angehörige des eigenen Geschlechts,
weswegen sie oft verwechselt werden.
Schwule Männer und lesbische Frauen fühlen sich aber stets als das,
was sie von ihrem Äußeren her sind: als Männer bzw. Frauen.

Transsexualität bedeutet dagegen, daß das eigene Empfinden
der Geschlechtszuschreibung der Umwelt nicht entspricht.
Der Mann fühlt sich als Frau, die Frau fühlt sich als Mann.
Deswegen sind sie nur für die Umwelt homosexuell.
Sie selbst empfinden heterosexuell:
der Mann mit weiblicher Identität interessiert sich als Frau für Männer.
Und umgekehrt.

Für Medizin und Psychologie stellt Transsexualität immer noch ein Rätsel dar.
Folgende Theorien über die Gründe für den Geschlechtswechsel werden diskutiert:

 

Gen- Defekt:


Irgendein Gen, das die Übereinstimmung von körperlichem und psychischem Geschlecht regelt,
ist entweder defekt oder es wirkt aufgrund eines Fehlers bei der Zellteilung in den ersten Schwangerschaftswochen das Gen für das andere Geschlecht.

 

Vorgeburtlicher Stress.

 

 Zu einem Zeitpunkt, da sich das Geschlecht des Embryos entwickelt,
war die Mutter einem Stress ausgesetzt –
psychischer Misshandlung, Angst, Misserfolgen oder biologischen Einwirkungen (Drogen, Alkohol, Nikotin) –
dadurch wurde ein wichtiger Entwicklungsschritt bei der eindeutigen Geschlechtsfestlegung ausgelassen.

 

Angeborene Bisexualität

 

 Diese Theorie geht von der Vorstellung aus, daß das menschliche Geschlecht prinzipiell nicht
eindeutig festgelegt ist, sondern erst die Kultur uns in bestimmte Geschlechtsrollen zwingt.

Von Simone de Beauvoir stammt der Satz:
On ne naît pas femme: on le devient. (deutsch: Man wird als Frau nicht geboren, sondern wird es.)

Danach wären Transsexuelle diejenigen, die sich die angeborene Zweideutigkeit erhalten.
Diese Theorie wird heute kaum noch vertreten.
Nicht nur stehen ihr zu viele biologische Fakten entgegen,
auch die meisten Transsexuellen lehnen sie ab.
Sie empfinden sich nicht unentschieden,
sondern meist eindeutiger als Frau bzw. Mann als die übrigen.
Ihr Problem liegt auf einer anderen Ebene:
ihre körperliche Ausstattung stimmt mit dem seelischen Selbstverständnis nicht überein.

 

Erziehungseffekte:

 

 Der Vater hat sich eigentlich einen Jungen gewünscht und erzieht deshalb seine Tochter „männlich“.

Umgekehrt werden Söhne von Besitzergreifenden Müttern überbehütet und verzärtelt, vor allem wenn der Vater abwesend ist. Dadurch entwickeln vor allem sensible Jungen eine weibliche Identität.

Kultureller Protest:

Nach dieser Theorie entscheiden sich einige Frauen bewusst für eine männliche Identität,
um der Diskriminierung ihres Geschlechts zu entgehen.

Ihr berühmtestes Vorbild ist Jeanne d’Arc.

In der Literatur kommen immer wieder Frauen vor, die sich als Männer verkleiden,
um etwas zu erreichen, was ihrem Geschlecht verboten ist.

Denken wir nur an „Yentl“ (Film mit Barbra Streisand),
der Geschichte einer Jüdin, die sich als Mann ausgab,
um eine Talmudschule besuchen zu können.

Umgekehrt protestieren Männer gegen das Establishment und soldatische Tugenden, indem sie sich als Transvestiten geben, mit weiblichem Verhalten eine Gegenkultur etablieren. Daher die enge Verbindung von Transvestiten und Kunstszene.

Hartmut Bosinski von der Universität Kiel
testete kürzlich alle Theorien an derselben Stichprobe weiblicher und männlicher
„unbehandelter“ Transsexueller.
„Unbehandelt“ meint, daß sich keiner von ihnen bisher Maßnahmen der Geschlechtsumwandlung unterzog.
Dabei fand er als häufigsten Fall die Kopplung von angeborenem Stress mit Erziehungseffekten.
Das heißt, trifft ein Kind mit uneindeutiger Geschlechtsidentität auf Umstände,
die einen Wechsel des Geschlechts fördern
(wie der Vater, der seine Tochter lieber als Sohn sehen möchte),
so steigt die Wahrscheinlichkeit,
daß sich Transsexualität entwickelt.


Aber es zeigte sich auch,
daß es immer wieder Transsexuelle gibt,
bei der sich überhaupt keine auslösende Ursache finden lässt.

 

Die meisten Faktoren haben nur einen statistischen Effekt, der nicht viel über den Einzelfall sagt.

Ein Beispiel: Bei den Frau-zu-Mann-Transsexuellen fand Bosinski in 83 Prozent der Fälle einen erhöhten männlichen Hormonspiegel. Gut, aber warum wurden die übrigen 17 Prozent transsexuell?

Und: Bei nicht Transsexuellen haben immerhin 33 Prozent der Frauen ebenfalls einen erhöhten männlichen Hormonspiegel. Warum haben sie kein Bedürfnis nach einem Wechsel ihrer Geschlechtsidentität?

Vielleicht liegt der Grund in der Erziehung? Tatsächlich entstammen überdurchschnittliche viele Transsexuelle vaterlosen Familien. Viele können sich erinnern, daß ihre Mutter ein Spielverhalten förderte, daß nicht ihrem biologischen Geschlecht entsprach.

Für die Frau-zu-Mann-Transsexuellen bedeutete die erste Regel seelisch eine Katastrophe. Aber auch hier handelt es sich nur um Indizien. Viel mehr, die solche Bedingungen in der Kindheit erlebten, wurden nicht transsexuell, während eine nicht unbeträchtliche Minderheit von Transsexuellen aus ganz „normalen“ Elternhäusern stammt.

Wahrscheinlich gibt es keine eindeutige Ursache für den Geschlechtswechsel.

Der Begriff Transsexualität suggeriert, daß es sich um ein einheitliches Phänomen handelt.

Aber in Wahrheit liegt nur eine äußerliche Ähnlichkeit vor, und die Gründe sind in jedem Fall anders. Um das zu verstehen, müssen wir uns nur anschauen, wie das Geschlecht des Individuums sich entwickelt.

Wir haben alle in der Schule gelernt, daß das Geschlecht genetisch festgelegt ist. Die weiblichen Eizellen tragen ausschließlich X-Chromosomen, während zwei Arten männlicher Samenzellen vorkommen, eine Hälfte trägt X-Chromosomen, die andere Hälfte Y-Chromosomen. Nach der Befruchtung liegt entweder eine XX-Zygote („Zygote“ heißt das Verschmelzungsprodukt von Ei- und Samenzelle) vor – daraus wird ein Mädchen – oder eine XY-Zygote – ein zukünftiger Junge – vor.

Wäre damit über das Geschlecht des Kindes entschieden, käme Transsexualität nicht vor. In Wirklichkeit ist der Prozess viel komplizierter. Über das Geschlecht wird nicht nur einmal, sondern mindestens viermal in zeitlichen Abständen entschieden. Wir haben nicht nur ein (männliches oder weibliches) Geschlecht, sondern vier:

Das genetische Geschlecht: XX (weiblich) oder XY (männlich).

Das hormonelle Geschlecht: die Erbanlagen auf dem XX- bzw. XY-Chromosom sorgen zunächst nur für die Hormone, also Botenstoffe, die im Körper kreisen und die eigentliche Geschlechtsentwicklung einleiten. Fehlen männliche, also Y-Geninformationen, entstehen automatisch weibliche Hormone. Das weibliche Geschlecht ist also immer primär. Ein Junge entwickelt sich nur, wenn zu den weiblichen männliche Informationen hinzukommen. Tritt bei der Ablesung des Y-Anteils im Geschlechtschromosom ein Fehler auf, entwickelt sich wegen rein weiblicher Hormone ein Mädchen, trotz der XY-Genanlage.

Das körperliche Geschlecht: die Hormone steuern die Entwicklung der weiblichen oder männlichen Geschlechtsorgane, aber auch der entsprechenden Zentren im Gehirn. Dadurch empfinden wir später so, wie wir äußerlich gebaut sind. Tritt hier ein Fehler in der vorgeburtlichen Entwicklung auf – etwa durch Stress der Mutter – können verschiedene Abweichungen auftreten. Die männlichen Geschlechtsorgane eines XY-Kindes entwickeln sich nur teilweise. Bei der Geburt hat das Kind dann einen kleinen Penis, aber auch Schamlippen. Oder die körperliche Entwicklung ist männlich, aber das Gehirn empfindet „weiblich“. Das wäre eine mögliche Ursache für Transsexualität, aber auch für Homosexualität. Der Unterschied liegt dann in der Frage, ob nur die sexuelle Orientierung (Homosexualität) oder auch die sexuelle Identität (Transsexualität) von der Abweichung betroffen ist.

Das psychosoziale Geschlecht:

Der Grundstock wird mit der vorgeburtlichen Gehirnentwicklung gelegt. Entscheidend für das Endergebnis ist aber die Erziehung. Welche Rollenmuster aus der Umgebung verbindet das Kind mit seiner angeborenen Geschlechtsidentität? Hier hat die Umwelt einen großen Einfluss. Ist das Gehirn aber durch Einwirkung der „falschen“ Hormone vor der Geburt auf eine andere Identität geprägt als sein Körperbau vermuten lässt, wählt das Kind auch spontan und gegen den Widerstand der Eltern das Spielzeug, die Kleidung und typische Verhaltensweisen des anderen Geschlechts.

 

Wird bei allen vier Etappen der Entwicklung das genetische Geschlecht bestätigt, wird sich das Kind klar als Mann oder Frau verstehen. Wird aber mal das eine und mal das andere Geschlecht „gewählt“, ist eine Form der Transsexualität das Ergebnis. Die Person fühlt sich innerlich zerrissen und von der Umwelt gedrängt, die Geschlechtsidentität zu wählen, die seinem körperlichen Äußeren entspricht. Häufig – aber nicht immer! – ist das psychosoziale Geschlecht stärker. Das Resultat: der oder die Betroffene entscheidet sich für eine Geschlechtsumwandlung, also für eine Anpassung des körperlichen an das psychische Geschlecht. Trotz der Komplikationen und zum Teil schweren Nebenwirkungen, die eine solche heikle Operation mit sich bringt.

 

 

 

Sexualität


Hier komme ich zu einem ganz heiklen Thema für transsexuelle Menschen.

Ich habe diesen Artikel aus dem Internet der Verfasser ist mir nicht bekannt

Erst einmal hat der Begriff "Transsexualität" nichts mit der
sexuellen Orientierung dieser Menschen zu tun, sondern beschreibt
lediglich die psychische Identifizierung eines Menschen mit dem
Geschlecht, das seinem eigenen körperlichen Geschlecht
entgegengesetzt ist, fast immer verbunden mit dem Wunsch nach
Geschlechtsangleichung.

Einfacher ausgedrückt ist der Rollenwechsel von Man zu Frau (MzF)
oder Frau zu Mann (FzM) damit gemeint.

Ich denke, dass es unter uns genauso viele pervers- und normal
orientierte gibt, wie es das bei so genannten Heterosexuellen (Heten)
oder Homosexuellen (Schwulen / Lesben) auch gibt.

Karin und ich gehören der kleinen Minderheit von transsexuellen
Frauen an, die ihre Sexualität in allen Richtungen auslebt, d. H.
wir sind Bisexuell (Bi) und hatten sowohl vor meiner OP, als auch jetzt
nach meiner OP, eine fantasiereiche Sexualität miteinander.

Für mich und mittlerweile auch für Karin, bedeutet
Sexualität nicht das Allübliche "Rein und Raus", welches bei uns auch vorkommt,weil Karin noch ihren " Kleinen" ihr eigen nennt, aber ohne Hoden. Ich spüre lieber ihren Penis in mir, als irgendeinen leblosen Dildo
den ich sonst regelmäßig benutzen müsste, um meine neue
Körperöffnung vor dem Schrumpfen zu schützen. Zur Einstimmung reicht bei mir ein zärtliches streicheln über Nacken, Rücken, Mund und
Ohrläppchen. Übrigens ist mein Nacken die schönste aller erogenen Zonen
geworden, wobei intensives Küssen und an den Brustwarzen streicheln
dazugehört.

Meine Orgasmusfähigkeit hat unter der OP stark gelitten. Da die
gesamte Scheide ein künstlich erschaffenes Organ ist, welches in
den ersten 5-6 Monaten nach der OP völlig unsensibel ist (Bio-Frauen
kriegen schon eine Gefühlskrise bei einem winzig kleinen
Dammschnitt nach einer Geburt), so kommt doch die
Empfindungsfähigkeit nach und nach wieder.

 

Hier ist die Zeit der bestimmende Faktor. Meine Nach-Op ist jetzt
genau 1 3/4 Jahre her und ich bekomme seit etwa 2 Wochen zum ersten
Mal ein wenig Spaß am Vaginalsex mit Karin.

Während ich als Mann den gesamten Penis (sexuelles Lustzentrum) in
der Hand hielt oder in eine Vagina steckte, dann hatte ich eine
beballte Menge an Hautkontakt mit ganz vielen kleinen Nervensensoren,
die alles ans Gehirn übertrugen und ich bekam meinen Orgasmus ohne
große Fantasien entwickeln zu müssen. Heute ist da nur die
Eichel
übrig geblieben und die ist soweit vergraben, das nur noch ein
winziges Stückchen als "Klitoris" herausschaut.

Ein direkte Berührung meine Klitoris, wie reiben oder saugen ist
nicht drin, da ich dadurch ein unangenehmes Gefühl verspüre,
welches sofort meine Fantasie killt. Jetzt werdet ihr sagen: "Wozu brauchst
du denn überhaupt eine Klitoris?" Ich brauche sie, und zwar um zu
meinem Orgasmus zu kommen.

Im Moment ziehe ich mich damit zurück, denn selbst mit Karin
zusammen schaffe ich es nicht zum Höhepunkt zu kommen. Ihre Nähe ist
für mich ein Störfaktor. Nur wenn ich allein mit mir bin, kann ich meine
Fantasien mit meinem Körper im Einklang bringen.

Das Bedeutet, ich übe mit der Beckenbodenmuskulatur und
übereinander gekreuzten Beinen einen indirekten Druck auf meine Klitoris aus und
streichle dabei sanft bis Zart meine Brustwarzen. Hierbei ist das
richtige Handling und Timing von großer Wichtigkeit.

Je nach Hormonstatus ist dann der Orgasmus etwas heftiger oder nur
ein Anflug von schönem Gefühl, welches nicht zum Höhepunkt kommt.

Ist leider so. Ich hoffe, dass ich irgendwann einmal mit Karin
zusammen zum Orgasmus kommen werde.

Natürlich muss der Vaginale Sex geübt werden, denn das musst du
lernen wie jede andere normale Frau auch. Wenn ich heute als Frau wie
ein Maikäfer auf dem Rücken liege, meine Beine spreize und
Karins "Kleiner" immer noch nicht kommt (IHM fehlt einfach der
Testosteronschub), ja dann hasse ich die Stellung der Frau beim
Männersex und ich kann mich in diesem Moment in meine Exfrau
hineinversetzen, als sie beim Sex mit mir immer eine Flappe zog wie 3
Tage Regenwetter.

Diese Stellung ist nicht nur unbefriedigend und anstrengend, nein sie
ist zusätzlich noch erniedrigend. Ich mag die Missionarstellung
gar nicht, aber es bleibt uns nichts anderes übrig, da ihr Penis
für andere Stellungen nicht geschaffen ist und mein Eindringwinkel ein
anderer ist als bei einer Biofrau.

Ich denke, wir TS-Frauen müssen das Beste daraus machen
.

Auf der Homepage ist das ganze auch noch mit Bildern zu betrachten.

Ein sicherlich sehr interessanter Artikel für TS- Frauen

http://www.osnanet.de/inka/info/sexualitaet.html

 

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© 2005, anne_stlu
Freitag April 8, 2005 7:53 PM